Lagotto Romagnolo - die Rasse


Bemerkungen zur Geschichte und zur heutigen Situation

 

 

 

 

 

Der Lagotto Romagnolo ist auf die Trüffelsuche auf jeder Bodenart spezialisiert;  es handelt sich um die einzige Rasse auf der Welt, die für die Suche dieses wertvollen Pilzes spezialisiert ist.

 

Typischer Wasserhund von mittlerem bis kleinem Umfang mit leichter mesomorpher Gestalt, dessen Rumpf im Quadrat steht. Er hat ein derbes Außehen, ist stark gebaut, sehr gut proportioniert, woraus man auch seine gute Anlage zur Arbeit erkennt. Sein Ausdruck ist aufmerksam, intelligent und lebhaft. Während der Arbeit zeigt der Lagotto Leidenschaft und Leistungsfähigkeit ,indem er seine natürliche Anlage zur Suche und seinen ausgezeichneten Geruchssinn ausnützt. Da er seinen Jagdtrieb fast gänzlich verloren hat, ist er gegenüber jeglichem Wild uninteressiert. Er ist leicht trainierbar, sehr an seinen Herrn gebunden und darum auch ein liebevoller Lebensgefährte. Der Lagotto, mit seinem klaren Charakter hat das Aussehen einer antiken, archaischen Rasse, die die Schwierigkeiten der Vergangenheit überwunden hat und bis in unsere Zeit vorgedrungen ist.

Die Italischen Völker haben schon in alten Zeiten einen erfolgreichen Handelsaustausch mit dem Orient gepflegt. Dieser Handel auf allen Ebenen hat auch die Verbreitung verschiedener Bräuche und Sitten unter den Völkern bevorzugt und man kann sich denken, dass sich dann auch die Hunderassen dieser Bewegung angepasst haben. Dies erklärt auch die Funde, die während verschiedener archäologischen Grabungen im Nordosten Italiens gemacht wurden und die sich auf die verschiedenen Völkerbewegung der Hundewelt beziehen, insbesondere aber immer wieder auf einen kleinen Wasserhund mit kurzem, borstigem und lockigem Fell hinweisen.

In der etruskische Nekropole von Spina (in der Nähe von Ferrara) wurden Bilder zur Jagd und Fischerei gefunden, auf denen immer wieder ein Hund abgebildet wird, der unserem Lagotto sehr ähnlich ist. Die Etrusker, die zwischen dem VI und dem V Jahrhundert v.Chr. Handelsbeziehungen mit den nördlich Italiens lebenden Völkern hatten, haben sicherlich zur Verbreitung dieser Hunderasse beigetragen. Der Wunsch zur Expansion ließ die Völker des Ostens zur Iberischen Halbinsel und bis zu den Britischen Inseln vordringen. Diese Ausbreitung des Reiseradius fand jedoch viel später statt als die ersten Kontakte mit den italischen Völkern. untereinander Als die Wasserhunde während der Eroberungskriege über Nordafrika bis nach Spanien gelangten, wo der heutige Perro de Agua Español seinen Ursprung hat, lebten die Wasserhunde in der italienischen Halbinsel, speziell in den feuchten und sumpfigen Gebieten im Norden des Landes,  schon seit Jahrhunderten dort.

Aus diesem Grunde ist es doch sehr wahrscheinlich, dass jener Canis acquaticus, der von Linneo genannt wird und von dem er sagt, dass er seit langem im mittelländischen  Becken vorhanden ist, unser Lagotto ist. Im Bild, das von Linneo gezeichnet wurde, ist  die morphologische Ähnlichkeit mit dem lockigen Hund der Romagna sehr eindrucksvoll. Nachdem die etruskische Kultur verschwunden war, blieben aber die Wasserhunde und verbreiteten sich zuerst während der römischen Zeit und danach auch im Mittelalter speziell im Gebiet von Ravenna, in den Tälern von Comacchio und Venedig bis zum Friaul und Istrien.

In den Bildern im Saal der Hochzeiten im Herzogenpalast der Gonzaga von Mantova, die von Andrea Mantegna um 1456 gemalt wurden, ist in der Abbildung der „Begegnung“ zu Füssen des Marquis Ludovico III Gonzaga ein Hund abgebildet, der dem heutigen Lagotto sehr ähnlich ist.

Zahlreiche Zitate in Büchern über Folklore, Bräuche und Sitten und über die Jagd nennen ab dem XVI Jahrhundert einen kleinen lockigen Hund der das Wild vom Wasser apportiert.  Diese Hunde begeleiteten die sogenannten „Vallaroli“ oder „Lagotti“, damals sehr pittoreske Gestalten, die vor der großen Trockenlegung Ende ’800 die wirkliche Seele jener wildreichen Lagunen waren. Die Vallaroli benutzten die berühmten „tinelle“ (halbierte Fässer), wenn sie die Herrschaften auf die Jagd in den Tälern begleiteten.

Eine weitere Tätigkeit der Vallaroli war die damals weniger bekannte aber umso erfolgreichere Trüffelsuche. Ihr unzertrennlicher Begleiter war der kleine Lagotto, Hüter des Bootes und des Hauses, ausgezeichneter Apportierer und Auffinder vor allem von Blasshühnern, währen Hunderte von Booten in den bekannten „rastrelli“  Schwärme von Tausenden dieser Vögel umkreisten und wahre Massaker anrichteten. Der Lagotto schwamm stundenlang, oft auch während sehr kalten Tagen wo er manchmal auch Eisschichten durchbrechen musste, um dann die erlegten Vögel auf das Boot zu bringen. Diese Tätigkeit wurde nur durch die Kompaktheit des sehr engen und lockigen Hundefelles mit reicher Unterwolle ermöglicht, eine richtige wasserdichte und wasserabstoßende  Schicht. Dadurch kam das Wasser nie mit der Haut in Berührung.

Der Name „Lagotto“ rührt daher sicherlich von seiner ursprünglichen Funktion als Wasserhund her.  Im Dialekt der Romagna bedeutet „Càn Lagòt“ „Wasserhund“ oder „Hund mit lockigem Haar

für die Jagd im Sumpfgebiet“. Seine herausragende Anlage  zur Suche, seine gute Trainierbarkeit und sein ausgezeichneter Geruchssinn, machten mit der Zeit aus dem  Lagotto einen sehr effizienten Trüffelhund.

Wegen der großen Trockenlegung, die im Laufe der Jahrzehnte die weiten Sumpfgebiete von Comacchio und der Romagna schrumpfen  und dadurch die Vallaroli fast ganz verschwinden ließen, verlor auch der Lagotto mehr und mehr seine Funktion als Wasserhund und spezialisierte sich immer mehr als Trüffelsucher. Der Übergang von der einen zur anderen Funktion ist zwischen 1840 und 1890 datierbar. Man kann fast sagen, dass zwischen den beiden Weltkriegen fast alle Hundehelfer und Trüffelsucher der Romagna und der umliegenden Gebiete Lagotti waren.

Nachdem die Holzstützen der Weinreben durch Zementstützen ersetzt, und die Wälder progressiv abgeholzt wurden, wurde der Trüffel, speziell in den Tälern, immer seltener. Der Lagotto erweiste sich dank seinem engen lockigen Fell als idealer  Hund für die Trüffelsuche in den Hügeln und in den dornigen Wäldern während der Herbst- und Winterzeit.

Bereits ab 1920 war der Lagotto in den Tälern des Apennins der Romagna, dem Tal des Senio, des Lamone  und besonders im Tal des Santerno sehr gut bekannt. Man muss jedoch erwähnen, dass sich zu jener Zeit niemand für die Hunderasse „Lagotto“ als solche interessierte. Die bereits bekannten Rassen genügten vollkommen, und Kreuzungen wurden oft wegen ihrer Stärke, ihrem Charakter und ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, mehr geschätzt. Die Trüffelsucher sind bei der Zucht immer vollkommen empirisch (außerhalb jeder genetischen Regel) vorgegangen, und haben nur auf das sofortige praktische Ergebnis  geachtet, d.h. den besten Trüffelhund bekommen, Lagotto oder nicht Lagotto.

Durch die wiederholten blutverwandten Deckungen der Vallaroli von Comacchio, gelangte ein erschöpfter  Lagotto in die Täler der Romagna der auch durch wiederholte und unbegründete Kreuzungen mit viel fremdem Blut vermischt war.

Die Trüffelsucher haben aber den Verdienst, dass sie damals unseren Lagotto nicht aussterben ließen. Es ist fast ein Wunder, dass dieser, vom genetischen Standpunkt aus, fast ohne Schaden bis in unsere Zeit vorgedrungen ist. 

Mitte der siebziger Jahre beschloss eine Gruppe tüchtiger Hundeliebhaber der Romagna, unter der Leitung von Quintino Toschi, Präsident der lokalen Gruppe der Hundeliebhaber, unter der Aufsicht von Prof. Francesco Ballotta, großer Züchter und Richter des E.N.C.I (der sich sehr genau an die Lagotti seiner Jungendzeit erinnerte) und mit der technischen Unterstützung von Dr. Antonio Morsiani, weltbekannter Kynologe, Richter und Züchter, mit der Hilfe von Lodovico Babini, Hundeliebhaber mit großer Erfahrung, diese Rasse vor der totalen Entartung zu retten, die der kompletten Unkenntnis, Unwissenheit und Nachlässigkeit  zuzuschreiben war. Sie begannen gerade noch rechtzeitig mit der genetischen Rekonstruktion des Lagotto und holten ihn aus dem Tunnel ohne Rückkehr der Ausrottung heraus. Die Wiedervereinigung der zwei parallelen Geschichten des Lagottos, jene seiner Lagunenursprünge und jene der Appenninhügel, schuf die Voraussetzung, um die Rasse wieder zu seiner Reinheit zurückzuführen. 

Mit der Gründung des Club Italiano Lagotto, die in Imola im Jahr 1988 erfolgte und die heute weltweit über 300 Mitglieder zählt, wurden  die Voraussetzungen für eine offizielle Anerkennung der Rasse seitens des E.N.C.I und des F.C.I geschaffen. 

Die offizielle Anerkennung des E.N.C.I. erfolgte 1992 mit der Annahme des morphologischen Standards, der von Dr. Antonio Morsiani abgefasst wurde (nach jahrelangen biometrischen Messungen auf Hunderten von Subjekten). Dank der konstanten Arbeit des Clubs und seiner technischen Mitarbeiter, erfolgte im Jahr 1995 die provisorische internationale Anerkennung durch das F.C.I.

Inzwischen hat die Rasse in Europa und auch weltweit großen Erfolg und konstante Verbreitung nachzuweisen mit immer wachsender Zahl angemeldeter Welpen bei den diversen F.C.I. Kennel Clubs, sowie beim englischen und amerikanischen Kennel Club. Zum Beispiel wurden im Jahr 1994 in Italien 545 Welpen angemeldet gegenüber den 900 Anmeldungen im Jahr 2002. Somit haben sich nach 9 Jahren die Geburten verdoppelt. In Ländern wie die Schweiz, Finnland, Schweden, Grossbritanien, haben sich die Geburten verzehnfacht, in einigen Fällen sogar verhundertfacht. Die internationale Verbreitung der Rasse wird durch die konstante Steigerung der Welpenmeldungen wie in der Schweiz, in Holland, Deutschland, Frankreich, Finnland, Schweden, Grossbritanien, USA und Australien bewiesen.

Um auf internationaler Ebene eine korrekte morphologische Selektion der Rasse zu gewährleisten, ist 1997 die U.M.LAG (Unione Mondiale dei Club Lagotto Romagnolo) gegründet worden. Präsident dieses internationalen Bundes ist Dr. Giovanni Morsiani, die Clubs obgenannter Länder sind Mitglieder dieser Vereinigung und neue Mitgliedschaftsanträge neuer Clubs aus aller Welt treffen regelmäßig ein.

Um die Rase von erblichen Krankheiten zu bewahren, hat der Club Italiano Lagotto schon seit 1992 mit der offiziellen Kontrolle der Hüftdisplasie begonnen, dies in Zusammenarbeit mit dem von Dr. Cesare Pareschi, Ferrara, geleitetem Zentrum. Auf Hinweis des E.N.C.I. betreffend die Kontrolle erblicher Krankheiten, arbeitet der C.I.L. seit kurzer Zeit, neben dem bereits erwähnten Zentrum, nun auch mit der F.S.A. von Cremona zusammen, geleitet von Dr. Aldo Vezzosi. Die technische und sanitäre Kommission des Clubs führt seit Jahren sehr aufmerksame Kontrollen in bezug auf  einige der häufigsten erblichen Krankheiten durch, die bei Wasserhunden mit wachsendem lockigem Haar auftreten können. Weitere Kontrollen betreffen erbliche Augenkrankheiten und einige Herzpathologien. 

Um die ursprünglichen Arbeitsqualitäten des Lagotto Romagnolo zu erhalten, organisiert der Club Italiano Lagotto „Quintino Toschi“ seit  Jahren auf dem ganzem

 

italienischen Gebiet Eignungsprüfungen für die Trüffelsuche, dies mit viel Erfolg in bezug auf Teilnahme, Perfektionierung und Studien betreffend funktionelle Qualität der Rasse. Dies erlaubte die Erarbeitung eines Vorschlages für den Arbeitsstandard der Rasse (ausgestattet mit der Regelung zur Eignungsprüfung), der 1999 vom Club dem E.N.C.I. unterbreitet wurde. In diesen Jahren haben wir auch Richter für diese Eignungsprüfungen ausgebildet. An der jährlichen Arbeitsmeisterschaft  des C.I.L. die seit 1999 in verschiedenen italienischen Regionen, wo sich geeigneter Boden für die Trüffelsuche befindet,  ausgeführt wird, sind zahlreichen Hunde von italienischen und ausländischen Besitzern anwesend, die auch an Schönheitskonkurrenzen teilnehmen. Dies ist der Beweis dafür, dass unser Einsatz für den Erhalt der ursprünglichen Eigenschaften betreffend die Anlage der Rasse zur Arbeit, geschätzt wird. Diese Arbeitsprüfungen geben dem Club die Möglichkeit nicht nur die morphologischen Funktionen der Rasse unter Kontrolle zu halten, sondern auch den Charakter, seit je her ein Plus Punkt des Lagotto Romagnolo.

Vom morphologischen Standpunkt aus gesehen hat sich der Lagotto Romagnolo in den letzten Jahren weiterhin verstärkt. Aufmerksame und häufige biometrische Tests die anlässlich spezifischer Tagungen, Treffen und Versammlungen des Clubs durchgeführt werden, zeigen einen ausgezeichneten morph-funktionalen Einklang der Rasse gegenüber dem offiziellen morphologischen Standard der 1991 von Dr. Antonio Morsiani abgefasst wurde. Schon seit einiger Zeit zeigt sich eine gute Gleichmäßigkeit in der Rasse, mit der Übertragung der typischen Eigenschaften in den verschiedenen Blutlinien.

Vor einigen Jahren haben wir dem E.N.C.I. vorgeschlagen, den morphologischen Standard mit zwei Präzisierungen betreffend Frisierung des Felles und deren Farbe zu ergänzen. Dies hat sich für nötig erwiesen, um gefährliche Abweichungen vom rustikalen Typ der Rasse auszuschließen. Diese Abweichungen waren übertriebenen Frisierungen, zum großen Teil seitens italienischer und ausländischer Profi-Handler zuzuschreiben. Im übrigen ist und bleibt der originale italienische Standard bis heute das typische ideale Portrait unserer Rasse.

Dieser Text ist das von Dr. Antonio Morsiani, nach zwanzigjährigen Prüfungen, Kontrollen und Messungen auf Hunderten von Subjekten, abgefasste Original. Der Standard des Lagotto Romagnolo, der im Juli 1992 vom E.N.C.I. anerkannt worden ist, ist in allen Ländern des F.C.I. der einzig gültige. Die wörtliche Übersetzung des Textes in den Sprachen deutsch, französisch, englisch und spanisch sind vom F.C.I. am 10 März 1995 anerkannt worden. Am gleichen Tag ist die Rasse auf internationaler Ebene anerkannt worden.

 

 

Club Italiano Lagotto via Pigno 16/18  -   48010 Bagnara di Romagna (RA) ITALIA

 

      

UNA INCREDIBILE SCOPERTA

  Der Lagotto ist seit dem 6.7. 2005 eine offiziell anerkannte Rasse der FCI                 

                                                                                 

           schwarzer TRÜFFEL  

 

   Trüffel sind knollenartige schwarze Pilze, die unterirdisch an den Baumwurzeln wachsen.

   Speziell auf Trüffelsuche dressierte Schweine und Hunde suchen in der Zeit von Oktober bis

   Januar die Waldböden ab, hauptsächlich in Südfrankreich und Norditalien. Trüffel sind eine

   Delikatesse, schwer zu finden und deshalb sehr teuer: 100 g können bis zu 250 € kosten.

 

 

 

 

 

 

 

            Aussehen des Trüffelhundes:

 

 

 

   

 

Der Lagotto Romagnolo ist ein Wasserhund von mittlerem  Grösse  mit rustikalem Aussehen. Er ist kräftig  gebaut, insgesamt eher quadratisch im Format. Typgebend ist sein dichtes Haar, das in engen Locken den ganzen Hund bedeckt und sich nicht seidig, sondern wollig anfühlt. Sein Ausdruck ist aufmerksam, intelligent und lebhaft. Er ist ein äußerst arbeitswilliger Hund.

 

Der Lagotto Romagnolo kann in folgenden Farben auftreten:

Einfarbig schmutzig-weiß (bianco)

 


Schmutzig-weiß mit braunen (bianco marone) oder
orangefarbenen Flecken (bianco arancio)

 


einfarbig braun (marone) in verschiedenen Abstufungen

 

braun mit weissen Abzeichen

 


einfarbig orangefarben (arancio) oder

 


braun geschimmelt (roano marrone).
 

 

 

Die Größe des Lagotto reicht
beim Rüden von 43 bis 48 cm,
bei der Hündin von 41 bis 46 cm

 

(+1 cm/-1 cm).

 

Das Gewicht ist etwa
beim Rüden 13 bis 16 kg,
bei der Hündin 11 bis 14 kg.

 

 

 

 


Verhalten und Charakter    

 

Der Lagotto ist gutmütig und im Familienverband zuverlässig gut gelaunt. Er ist intelligent, arbeitseifrig und sehr führerbezogen. Dadurch ist er leicht auszubilden, muss aber konsequent behandelt werden. Bei der Arbeit ist er auch durch Wildgeruch nicht abzulenken, was ihn bei der Trüffelsuche so effektiv macht. Allerdings ist er bei Spaziergängen schon an Wildspuren interessiert.

 

 

 

 

Als Wasserhundrasse schwimmen  die meisten Lagotti sehr gerne und freuen sich auch im Winter über Pfützen.

 

 

Der Lagotto Romagnolo ist  ein ausgezeichneter Wach-, Familien- und Begleithund.

 

 

Bei richtiger Wahl der Zuchtpartner und artgerechter Aufzucht im Familienkreis ist der Lagotto Romagnolo verhaltenssicher und belastbar.

Er benötigt unbedingt  jeden Tag 2 Stunden(oder mehr) Auslauf und Beschäftigung,die er auch fordert.

Versteck- und Suchspiele,  Ballwerfen,  Agility, Jogging mit seinem Besitzer schwimmen usw. fördern seine Intelligenz.  Er ist kein Hund, der den ganzen Tag auf dem Sofa liegt.  Ein Hund für sportliche Leute, die gerne etwas unternehmen und den Hund immer mitnehmen. Er ist kein Hund für den Zwinger , sondern braucht unbedingt die Nähe seiner Familie, nur dann ist er glücklich. Und das bis ins hohe Alter!! 
  

   

Es folgt die 'amtliche' Beschreibung des idealen Lagotto der internationalen Dachorganisation de

Hundeverbände FCI (Féderation Cynologique Internationale):

 

FCI - Standard Nr.  298 / 26.01.2011  /  D

 

 

WASSERHUND DER ROMAGNA

( Lagotto romagnolo)

 

 

 

 

ÜBERSETZUNG  : Dr. J.-M. Paschoud, Harry G.A. Hinckeldeyn und Jochen H. Eberhardt

 

 

URSPRUNG : Italien.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDS  : 24. 07. 1996.

 

VERWENDUNG : Trüffelhund.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 8  Apportierhunde, Stöberhunde,

                                                           Wasserhunde.

                                         Sektion 3   Wasserhunde.

                                         Ohne Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHIChttp://www.hund-und-pferd.de/index.php/daten-fakten.htmlHTLICHER ABRISS : Alteingesessener Wasser-Apportierhund in den sumpfigen Talgründen von Comacchio und in den Lagunen um Ravenna. Im Laufe der Jahre wurden die Sümpfe trockengelegt und in Ackerland verwandelt; seit der Urbarmachung wird der Lagotto in den Ebenen und Hügeln der Romagna zur Trüffelsuche eingesetzt.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Kleiner bis mittelgrosser, wohl proportionierter, kräftig gebauter Hund von rustikalem Aussehen mit dichtem, gelocktem Haar von wollener Struktur.

 

WICHTIGE PROPORTIONEN : Die Länge des Kopfes beträgt 40% der Widerristhöhe. Der Hund ist nahezu gleich lang wie hoch (quadratisch).  Der Schädel soll etwas länger sein als 50% der Gesamtlänge des Kopfes. Der Fang ist um 2/10 kürzer als der Schädel (44% und 56%). Die Tiefe der Brust misst weniger als 50% (ungefähr 44%) der Widerristhöhe.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Seine natürliche Begabung zum Revieren und sein ausgezeichneter Geruchsinn haben seinen Wandel zu einem vorzüglichen Trüffelhund begünstigt.

 

Sein Jagdinstinkt wurde durch gezielte genetische Zuchtwahl verändert und beseitigt, womit er durch den Wildgeruch von seiner Arbeit nicht abgelenkt wird.

Der Lagotto ist gehorsam, genügsam, aufgeweckt, liebenswürdig, fest an seinen Meister gebunden und leicht auszubilden. Er ist zudem ein ausgezeichneter Begleit- und Wachhund.

 

KOPF : Von oben gesehen trapezförmig und mässig breit; die oberen Begrenzungslinien des Fangs und des Schädels streben leicht auseinander.

 
 

OBERKOPF :

Schädel : Auf der Höhe der Jochbogen breit; die Länge des Schädels entspricht seiner Breite. Von der Seite gesehen ist der Schädel vom Stop bis zum Hinterhauptbein länger als der Fang. Leicht konvex, wird er am Hinterkopf allmählich flacher.

Die knöchernen Rundungen der Stirn sind gut entwickelt, die Augenbrauenbogen und die Stirnfurche sind ausgeprägt, der Hinterhauptbeinstachel ist kurz und nicht stark entwickelt, die supraorbitalen Einsenkungen sind unauffällig.

 

Stop : Nicht zu sehr betont, aber sichtbar.

 

 

GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm : Gross, mit beweglichen Flügeln und weit geöffneten Nasenlöchern. Die vertikale Rinne ist ausgeprägt. Von der Seite gesehen ist der Nasenschwamm auf derselben Höhe wie der Fang und ragt nur wenig über den oberen Rand der Lefzen hinaus. Die Farbe entspricht der Farbe des Haarkleides und geht von hellbraun zu dunkelbraun.

Fang : Ziemlich breit, etwas kürzer als der Schädel (Verhältnis Schädel zu Fang = 56 zu 44); nur sehr wenig länger als hoch, leicht keilförmig und vorne mässig abgeflacht, mit Seitenansicht in der Form eines stumpfen Keils. Von der Seite gesehen ist der Nasenrücken gerade.

Lefzen : Die nicht allzu dicken Lefzen sind eher eng anliegend, so dass die untere Begrenzungslinie des Fangs durch den Unterkiefer gebildet wird. Sie sind von einem langen und eher struppigen Oberlippenbart bedeckt. Von vorne gesehen bilden die Lefzen einen breiten Halbkreis. Die Farbe der Lippenumrandung geht von hellbraun zu dunkelbraun.

Kiefer / Zähne : Die Kiefer sind kräftig mit fast geraden Seitenästen und relativ breiten Gebissknochen. Komplettes Scheren- oder Zangengebiss mit weissen, gut entwickelten Zähnen. Umgekehrter Scherenschluss zulässig.

Backen : Flach.

Augen : Ziemlich gross, jedoch niemals übertrieben, rundlich, die Augenhöhle füllend, ziemlich weit auseinander liegend. Die Farbe der Iris geht entsprechend der Farbe des Haarkleides von Ocker über haselnussfarben bis zu dunkelbraun. Die Ränder der straff anliegenden Augenlider sind hellbraun bis dunkelbraun gefärbt. Die Wimpern sind sehr gut entwickelt. Der Blick ist lebhaft, der Ausdruck aufmerksam und aufgeweckt.

Behang: Im Verhältnis zum Kopf mittelgross, dreieckig mit abgerundeter Spitze; der eher breite Ansatz liegt knapp oberhalb des Jochbogens. Aus der Ruhestellung hängend wird der Behang bei Aufmerksamkeit leicht angehoben. Wenn er längs des Fangs nach vorne gelegt wird, soll er einen Viertel der Länge des Fangs erreichen. Am Behang sind die Locken weniger straff, aber das Haar bleibt stark gewellt. Kein kurzes Haar am Behang. Die Innenseite der Ohrmuschel ist ebenfalls vollständig behaart.

 

HALS: Kräftig, bemuskelt, dünn, von ovalem Durchmesser; am Nacken gut abgesetzt und ohne eine Spur von Wamme. Die obere Begrenzungslinie ist leicht gewölbt. Bei den Rüden kann der Halsumfang die zweifache Länge des Halses erreichen. Die Länge des Halses ist etwas geringer als die Gesamtlänge des Kopfes.

 

KÖRPER: Rumpf stramm und kompakt, in seiner Länge der Widerristhöhe entsprechend.

Obere Profillinie : Vom Widerrist zur Kruppe gerade.

Widerrist : Höher als die Kruppe; die Schulterblattspitzen sind nicht eng aneinander, aber gut vorstehend und weit nach hinten reichend.

Rücken : Stark bemuskelt, gerade.

Lenden : Kurz, sehr kräftig, von der Seite gesehen leicht konvex; ihre Breite entspricht oder überragt leicht ihre Länge.

Kruppe : Lang, breit, muskulös, leicht geneigt (Neigung von 25° bis 30°).

Brust : Gut entwickelt; sie reicht bis zu den Ellenbogen. Vorne ziemlich schmal, wird sie von der sechsten Rippe an nach hinten breiter.

Untere Profillinie und Bauch : Das Brustbein ist lang und bildet eine gerade Linie; weiter nach hinten ist die untere Linie nur leicht aufgezogen.

 

 

RUTE : Weder zu hoch noch zu tief angesetzt, sich zur Spitze hin verjüngend. In ihrer Länge sollte sie knapp bis zum Sprunggelenk reichen. Mit wolligem und eher hartem Haar bedeckt.

 

In der Ruhe säbelförmig getragen, bei Aufmerksamkeit eindeutig höher; bei der Arbeit oder im Affekt kann sie über dem Rücken getragen werden, ist aber nie gerollt.

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND :

Allgemeines : Von vorne und von der Seite gesehen regelmässig und aufrecht.

Schultern : Schulterblatt lang (30% der Widerristhöhe), gut schräg liegend (52° bis 55°), bemuskelt, kräftig, fest, aber ohne Einschränkung der Beweglichkeit an der Thoraxwand befestigt. Der Schultergelenks-winkel beträgt 110° bis 115°.

Oberarm : Bemuskelt, von feiner Knochenstruktur, gleich lang wie das Schulterblatt; seine Neigung zur Horizontalen beträgt 58° bis 60°.

Ellenbogen : Gut, aber nicht zu straff an der Thoraxwand anliegend; sie sind von zarter Haut überzogen. Wie für den Oberarm ist die Stellung der Ellenbogen parallel zur medianen Sagittalebene des Körpers. Die Spitze des Ellenbogens liegt auf einer senkrechten Linie vom rückwärtigen Ende des Schulterblatts zur Standfläche.

Unterarm : In genau senkrechter Stellung, lang (36% der Widerristhöhe), mit starken, kompakten Knochen von ovalem Querschnitt.

Vorderfusswurzelgelenk : Von vorne gesehen in der senkrechten Verlängerung des Unterarmes; dünn, kräftig und beweglich; das Erbsenbein ist deutlich vorstehend.

Vordermittelfuss : Eher weniger dick und von feinerem Knochenbau als der Unterarm, fein und elastisch, Von der Seite gesehen bildet er mit dem Boden einen Winkel von 75° bis 80°.

Vorderpfoten : Leicht gerundet, kompakt, mit gewölbten, eng aneinanderliegenden Zehen. Die Krallen sind kräftig und gebogen. Die Fussballen sind gut pigmentiert. Die Zwischenzehenmembranen sind sehr gut entwickelt.

 

HINTERHAND :

Allgemeines : Kraftvoll, von hinten gesehen senkrecht, in guter Proportion zur Größe des Hundes und parallel gestellt.

 

 

Oberschenkel : Lang (35% der Widerristhöhe) mit voneinander gut abgesetzten, deutlich sichtbaren Muskelpaketen. Die Achse des Ober- schenkels weist zur Horizontalen eine ausgeprägte Neigung von 80° auf. Der Hüftgelenkswinkel beträgt 105 bis 110°. Der Oberschenkel ist parallel zur mittleren Sagittalebene des Körpers.

Knie : Der Kniegelenkswinkel beträgt 130° bis 135°.

Unterschenkel : Nur wenig länger als der Oberschenkel (36% der Widerristhöhe), gut bemuskelt und von guter Knochensubstanz. Die Unterschenkelrinne ist gut sichtbar. Die Neigung des Unterschenkels zur Horizontalen beträgt 50° bis 55°. Steht parallel zur Medianebene des Rumpfes.

Sprunggelenk : Breit, dick, trocken, mit klar gezeichnetem knöchernem Umriss; parallel zur mittleren Sagittalbene des Körpers. Der Sprunggelenkswinkel beträgt ungefähr 140°.

Hintermittelfub : Dünn, zylindrisch, senkrecht zum Boden, keine Afterkrallen.

Hinterpfoten : Etwas mehr von ovaler Form als die Vorderpfoten, da die Zehen etwas weniger gewölbt sind.

 

GANGWERK : Schritt regelmässig, Trab voller Energie und lebhaft, Galopp in kurzen Perioden.

 

HAUT : Dünn, am ganzen Körper gut anliegend, ohne Falten, zart; Unterhautbindegewebe spärlich. Die Pigmentierung der an Schleimhäute angrenzenden Haut und der Ballen ist von brauner bis stark dunkelbrauner Farbe.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Wollig, niemals so gewellt, dass sich Schnüre bilden, oberflächlich etwas rau, mit enggerollten ringförmigen Locken, welche die Unterwolle durchscheinen lassen. Die Locken sollen am ganzen Körper und an der Rute gleichmässig verteilt sein, ausgenommen am Kopf, wo die Locken nicht so straff gerollt sind und üppige Augenbrauen sowie einen reichlichen Oberlippen- und Kinnbart bilden. Sogar die Backen sind kräftig behaart. Das Deckhaar und besonders die Unterwolle sind wasserundurchlässig. Wenn das Haar nicht gekürzt wird, neigt es zur Verfilzung (da es ständig nachwächst); deshalb muss das Haar mindestens einmal im Jahr vollständig geschoren werden.

Verfilztes Deckhaar und verfilzte Unterwolle müssen regelmässig entfernt werden. Nach dem Schnitt darf das Haarkleid nicht dicker als vier Zentimeter sein und sollte dem Umriss des Hundes folgen. Nur am Kopf darf das Haarkleid länger gelassen werden, jedoch nicht so lang, dass es die Augen verdeckt. Die Behaarung der Partien um die Geschlechtsteile und den After des Hundes sollte kurz geschnitten werden.

Keinesfalls darf das Haarkleid in Form gebracht und aufgebürstet werden, wie es beim Pudel und Bichon Frisée üblich ist, auch darf das Haar nicht so kurz geschnitten werden, dass es sich nicht locken kann oder die Beschaffenheit nicht bewertet werden kann.

Jegliches übermäßige Zurechtmachen schließt den Hund von der Bewertung aus. Ein korrekter Schnitt lässt den Hund nicht modisch aussehen, sondern trägt dazu bei, dass das natürliche, rustikale Erscheinungsbild der Rasse betont wird.

 

FARBE : Einfarbig unrein weiß, weiß mit braunen oder orangen Flecken, braunschimmel, einfarbig braun (in verschiedenen Tönungen) mit oder ohne weiße Fellpartien, orange mit oder ohne weiße Fellpartien. Manche Hunde zeigen eine braune bis dunkelbraune Maske. Falbe Abzeichen (in unterschiedlichen Tönungen) sind statthaft

 

GRÖSSE UND GEWICHT :

Widerristhöhe : Für Rüden :    43 bis 48 cm (Idealgrösse 46 cm)

                        Für Hündinnen:  41 bis 46 cm (Idealgrösse 43 cm)

                        Toleranz : 1 cm mehr oder weniger.

Gewicht :         Für Rüden:       13 bis 16 kg.

                        Für Hündinnen : 11 bis 14 kg.

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und seine Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes sowie seine Eignung, seine ursprüngliche Arbeit zu verrichten.

 

Fehler,  die zur Disqualifikation führen:

 

  • Aggressiv oder übermäßig scheu
  • Hunde, die deutlich physische Anomalien oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
  • Rasseuntypische Hunde
  • Fang- und Schädellinien konvergent
  • Teilweise oder vollständige Depigmentierung
  • Aufgebogene Fangoberkante
  • Rückbiß des Unterkiefers
  • Deutlicher Vorbiß des Unterkiefers
  • Verschiedenfarbige Augen
  • Rute über dem Rücken getragen

·         Rutenlosigkeit oder kurze Rute, ob angeboren oder erworben.

·         Afterkrallen ein- oder beidseitig an der Hinterhand

·         Kupierte Rute

·         Keine Lockenbildung oder Haarkleid zu kurz

 

·         Schnürenfell

·         Formschnitt zur Erzeugung eines anderen Profils

·         Schwarzes Haar, schwarze Platten oder schwarze Pigmentierung

·         Über- oder Untergröße

Von der Zucht ausschließende Fehler:

·         Rückbiß des Unterkiefers

·         Kryptorchismus, auch einseitig

·         Verschiedenfarbige Augen

·         Schwarzes Haar, schwarze Platten oder schwarze Pigmentierung.

 

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 

 

 

Literatur:

 

Derzeit gibt es vier  Bücher über die Rasse, das Standardwerk von Prof. Morsiani, die Monographie von

Réne Sporre-Willes und ein französisches B. sowie von Silke Eberhardt u. Daniela Müller.

 

 

 http://www.amazon.de/gp/product/B00KF5H1FC?*Version*=1&*entries*=0

 

 

 

 

 

 

Giovanni Morsiani, Il Lagotto Romagnolo, Storie di cani e tartufai, Gruppo Ugo Mursia, Milano, ISBN 88-425-1919-7:

 

Renée Willes, Lagotto Romagnolo, De fem första aren i Severige, Mälaröbörsen Förlag, Bromma 2002, ISBN 91-89090-58-6: